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I
Ich verachte Gegenwartsliteratur. Ich gehöre zu den Menschen, die sich in der Vergangenheit suhlen und in ihrem Bücherregal wohnen, um der grausamen Langweiligkeit der Gesellschaft zu entgehen. Mein Lebensziel ist es, nicht einer von „denen“ zu werden. Der Tag, an dem ich diesen Entschluss bewusst fasste, begann schlecht. Er begann mit einem Glas Orangensaft. Ich behaupte nicht, dass ich einen besonderen Anspruch an die Dinge stelle, die ich zu mir nehme. Doch es ist Folter, jahrelang jeden Morgen mit einem Glas Orangensaft zu feiern. Die Trostlosigkeit des Tages, der so verheißungsvoll daliegt und darauf wartet, mich zu verschlingen und wieder auszukotzen, sammelt sich einzig und allein in diesem Glas. Jeder Tropfen des gelblichen Gebräus zielt einzig und allein darauf ab, eine unheimlich vertraute Übelkeit zu erwecken. Sie ist es, die meinen noch glücklich schläfrigen Kreislauf aus seinen rosaroten Träumen reißt und ihn in die knallharte Realität presst. Sie zerrt auch noch die letzten kläglichen Reste Hoffnung aus den Winkeln meines Bewusstseins und schlägt auf sie ein, bis sie sich winselnd zusammenkrümmen und aufgeben. So wie ich. Guten Morgen. Das Leben ist schön. Eine wunderbare Phrase, wenn man sie oft genug wiederholt, glaubt man sie. Es sei denn, man gehört zu der Sorte Menschen, die hinterfragen und nicht den vorgekauten Brei hinunterschlingen, den irgendwann mal jemand verdammt oft hintereinander gesagt haben muss.
„Hey, woran denkst du?“ Ach, Menschen. Verdammte Störenfriede. „Ach nichts.“, sage ich und sehe mir selbst dabei zu, wie ich den Kopf schüttele und abwinke, während meine Antwort in meinem Kopf widerhallt. Angst macht sich breit. War das zu viel Reaktion? Zu wenig? Oder einfach nur falsch? Mir ist, als hätte ich irgendetwas anderes sagen müssen, etwas für mein Gegenüber befriedigenderes. Doch der gibt sich damit zufrieden und wendet sich ab, nur um fünf Minuten später wieder anzurücken: „Mir ist langweilig. Mach‘ was.“ Als wenn ich hexen könnte. Es klingelt, ich stehe auf und gehe. Wortlos. Es ist das Beste so. Ich gehe zum letzten Mal aus diesem Raum, habe ich beschlossen. „Ey, warte doch mal!“, knallt es hinter mir auf den Fußboden. Ich warte nicht. Warum sollte ich auch? Wenn dieses Volk den Tag auf dem Klo verbringen würde, würde es sinnvollere Dinge anstellen als jetzt. Hier wird uns Routine antrainiert, damit wir in Ruhe wohnen, arbeiten und sterben können. Für das Leben lernen wir und nicht für die Schule. Die zweite magische Phrase für heute. Es reicht. Leck‘ mich am Arsch, Welt. Ich kündige.
Street Art. Viel und groß und bunt.

(via streetartutopia)
Streetartutopia hat einen Post rausgehauen namens “106 of the most beloved Street Art Photos – Year 2010“. Angucken, verlieben, nachmachen. Das ist ein Befehl!
Christchurch, immer noch.
Aus gegebenem Anlass, weil Oslo ja auch so schlimm ist und überhaupt:
Christchurch has been hit by two strong aftershocks this afternoon. GNS Science reported a 5.5 quake centred 10km south-east of Christchurch and 11km deep at 1pm, followed by a 6.0 quake, 9km deep at 2.20pm.
(via TVNZ)
Oslo: 80 Menschen. Christchurch: Mehrere hundert mittlerweile. Leute, verschiedene Menschen haben verschiedene Interessen und wenn jemand auf facebook sagt, dass es ihn schwer berührt hat, als irgendeine Rennpferdlegende vor seinen Augen gestorben ist, ist das völlig okay. Genau so ist das völlig okay, wenn es jemanden traurig stimmt, dass Amy Winehouse gestorben ist. Das heißt nicht, dass man diejenigen jetzt anfeinden müsste, sie wären herzlos und kaltblütig, weil sie sich nicht zu Oslo äußern. Weil Oslo wäre ja viel schlimmer. Scheiße, denkt mal zwischendurch wieder an die Menschen in Christchurch oder Japan. Die sind nämlich richtig gefickt. Stellt euch einen Winter vor ohne Haus, ohne Trinkwasserzugang und ohne Heizmöglichkeit. Bitteschön, auf’s Maul nämlich.
Suckerpunch
Wahrscheinlich die beste Version von “Sweet Dreams”, die ich je gehört habe. Und der Teil des Filmes ging auch direkt in die Magengrube. Wenn ihr versteht.
The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore

(via Floridafilmfestival)
“Hier. Wat mit Büchern.”, sagte er. Und schickte mir ‘nen Link für eine iPad-App. Rumgeklickt und rausgefunden, dass es auch einen Kurzfilm gibt. Und weil die eh viel besser sind als iPad-Apps, gibt es jetzt hier das Making-Of des Filmchens und Bilder und Links (hier zur Website) und so. Mit Büchern. Und Liebe. Weil die analogen Medien eben doch noch die Besten sind. Basta.
The Making Of Morris: Part 1 (The Power of Story) from Moonbot Studios on Vimeo.
Die Bretter mal wieder
Leute skaten im Red Rock Skatepark in Luxemburg. In schwarz-weiß. Und sind dabei schwer beeindruckend und sogar angenehm musikalisch untermalt. Viele tolle Dinge in drei Minuten. Ich finde aber auch schön, dass hier zwischendurch gezeigt wird, wie sich der eine oder andere mal auf die Schnauze legt. Das gehört eben auch dazu. Und demotiviert mich als Anfänger nicht so.
e.MOTION.fragments II from Vitùc on Vimeo.
(Direktlink, ansonsten beim kraftfuttermischwerk gefunden)



