Der panische, gequaelte Blick. Hilfloses Umherstolpern. Ein lahmes Bein. Blut. Und sie hat Angst vor mir. Weil ich es war, die sie dort hineingelockt hat. Trotz der offensichtlichen Schmerzen weicht sie mir aus, laesst sich nur schwer greifen. Die Wunde ist weder tief noch unheilbar, ging aber unter die Haut. Und nicht nur unter ihre. Koerperlich bin ich unversehrt, doch der Schock sitzt tief.
Die Beziehung zwischen Pferd und Mensch ist anders, ist besonders, ist Vertrauen. Und sie ist verletzlich.
Wuerde ich mir gerne ansehen, geht aber nicht, weil Internet lahm und Irgendwo-im-Nirgendwo in der Pampa. Aber naechste Woche dann irgendwann. Vielleicht. Immerhin koennt’ ihr den Kram gucken.
Ich habe seit Sonntag kein Geld ausgegeben. Klingt irgendwie schraeg (Nicht mein Computer gleich keine Umlaute. Drecksland. Gewoehnt euch dran.), ist aber irgendwie auch eine grosse Tat. Denn wenn man ganz alleine in einem fremden Land unterwegs ist… Nein, das klingt zu pathetisch. Whatever, Neuseeland rockt.
Seit Sonntag arbeite ich gegen Essen und Unterkunft auf einer Art Pferdefarm samt Reitschule in der Naehe von Hastings. (Guckst du Google wenn du willst.) Das heisst, dass ich morgens um Punkt sieben auf der Matte stehe, ‘ne Tasse Tee trinke und runter zu den Koppeln gehe. Dann werden sieben Pferde mit Heu versorgt und danach rund 45 Minuten lang die Koppeln von Pferdeaeppeln gesaeubert. Klingt im wahrsten Sinne des Wortes scheisse, ist es aber nicht. Danach wird entweder geritten, longiert oder Pferdchen fuer die Reitschueler vorbereitet. Also putzen, satteln und trensen und uebergeben. nach der Reitstunde dasselbe in umgekehrter Reihenfolge. Damit geht es weiter bis um Zwoelf oder Einse, dann Mittag, dann frei. Grossartig.
Ich habe Muskelkater wie Seuche, seit heute Halsschmerzen und anfangenden Schnupfen und freue mich tierisch drauf, morgen frueh aufzustehen und die Koppeln sauberzumachen. Komisch? Immer doch. Bin gespannt, wo es mich als Naechstes hintreibt.
Hoch über Allem läuft die Zeit ergreifend fern und das Vergessen sitzt im Leeren. Am Abgrund zu stehen wird neu definiert. Und lass‘ uns nicht von Träumen reden! Schall trägt nie weit genug, um sie wahr werden zu lassen. Hoch über Allem ist auch die Welt zu klein für uns. Hier heißt es aufzubrechen. Sei du meine eigene Welt, sei du meine Heimat. Lass‘ mich von dir schweigen und einfach dich genießen. Hoch über Allem will ich mit dir sein. Für eine ganze Ewigkeit.
Mittwoch, 16:53 Uhr. Und ich bin hundemüde. Ein bisschen Jetlag hab‘ ich dann wohl doch abgekriegt. Wäre ja auch doof, wenn nicht, dann würde ja eine Reiseerfahrung fehlen. Oder so.
Abgesehen davon kann man Heimweh ganz gut mit einer Tasse Tee (oder ungefähr acht Tassen) und einer Tafel Schokolade (Ja, wirklich nur eine. Der Mist ist teuer hier.) bekämpfen. Was fehlt sonst noch? Ach ja, die Sehenswürdigkeiten. Der LonelyPlanet empfiehlt, in die diversen Weinmachereien (Wie heißt das gleich richtig?) zu gehen und Surfen zu lernen. Also, Surfen am Strand und nicht dort, wo der Wein gemacht wird. Das Surfen spare ich mir aber dank ungefähr 9°C Wassertemperatur und Wein ist ja auch nicht so mein Ding, doch zum Glück gibt es noch andere Getränke hier. Zum Beispiel Cider. Was das nu genau ist, habe ich noch nicht rausgefunden, aber es hat irgendwas mit Äpfeln zu tun. Und es hat ungefähr 8% Alkohol, ist also genau das Richtige für mich. Schmeckt auch erstaunlich gut.
Was es sonst noch in Gisborne zu sehen gibt, ist nicht direkt in Gisborne, sondern eher weiter oben. Nach gefühlten 300 Treppenstufen kriegt man folgende wunderbare Aussicht, zu der ich normalerweise nicht gehöre:
Hat sich doch gelohnt. Und nur zur Erinnerung: Dies ist ein Tag im tiefsten Winter. Mit 13°C und so. Nun denn, ich bin gespannt auf den Sommer.
30 Stunden wach, 20 Stunden Flug, ankommen im tiefsten Winter. Aber dafür gefühlte 20°C, Sonnenschein und blauer Himmel. Nett. Fotos hätte ich gerne gemacht, aber die liebe Kamera dachte sich, dass sie nach dem Flug erstmal tot ist. Also noch keine Fotos, bis ich den passenden Steckdosenadapter habe. Da gibt es nämlich zwei unterschiedliche, habe ich gelernt, nachdem ich den falschen gekauft hatte.
Wie auch immer, überleben kann man hier erstmal gut. Morgen geht es dann wahrscheinlich los in den Rest des Landes. Mal sehen, wie es dort ist.
Ich bin dann mal weg. Morgen fahre ich rund 700km, um übermorgen in den Flieger zu steigen, um überüberüberübermorgen zu landen. Fremdes Land, fremde Menschen und eine Sprache, die zwar bekannt aber noch lange nicht vertraut ist. Mahlzeit.
Und weil das so schön ist, bleibe ich dort dann ein Jahr. Wünscht mir Spaß und Internet, damit der Blog hier weiterläuft. Fotos, Berichte, etc. gibt’s es dann hier.