Dass das mit dem Copyright und den Urheberrechten im Netz nicht so eng gesehen wird, ist bei gewissen Politikern ein gern (und oft falsch) verwendetes Argument für diverse Gesetzesentwürfe. Darauf reagiert dann die so genannte “Netzgemeinde” mehr oder weniger empört bis panisch, weil kann ja nich’ sein sowas. Was aber geschieht, wenn ein “Netzgemeindenmitglied” selbst in die Verlegenheit kommt, im Netz bestohlen zu worden sein?
Ein Beispiel:
Am Donnerstag, den 22. Juli, wurde ich von einer Mit-Userin eines Gedichteforums, in dem ich lange Zeit sehr aktiv war, angeschrieben. Sie müsse mir da was erzählen und ob ich denn schon mitgekriegt hätte, dass. Nein, hatte ich nicht und deswegen fiel ich auch ungefähr aus allen Wolken, als es hieß, dass zwei “Autorinnen” im Mai 2009 auf Selbstkosten eine Art Gedichtband herausgegeben hätten, in dem (Überraschung!) eines meiner Gedichte und noch einige andere aus dem selben Forum abgedruckt sind. Die Reaktionen darauf reichten von Empörung bis zum Explodieren und zeigten ungefähr alles, was das menschliche Spektrum an Emotionen so im negativen Bereich zu bieten hat.
Und dann passierte das, was mich an der “Netzgemeinde” immer wieder fasziniert. Eine Gruppe Menschen, die sich völlig fremd sind, schließt sich zusammen, kommuniziert und koordiniert sich, um einen Anwalt zu finden, Informationen zum nächsten Vorgehen einzuholen und irgendwann zu handeln. “Handeln” heißt in diesem Fall, eine der berühmt-berüchtigten Abmahnungen an den Verlag sowie den Herausgeber zu schicken und auf Kooperation zu hoffen. Ansonsten kostet der ganze Spaß nämlich noch mehr als sowieso schon.
Tja, erstmal aber heißt es: Warten. Diese Geschichte kostet nämlich nicht nur Nerven und Geld, sondern auch eine Menge an Courage, Zeit und Vertrauen. Kurz gesagt: So etwas ist beschissen und Leute, ernsthaft, das Internet ist beileibe kein rechtsfreier Raum. Meine Texte sind immer noch meine Texte, egal ob unter CC-Lizenz oder nicht. Und nicht nur ich bin stinksauer.
Man wartet auch immer noch. Geht ja alles eh nicht so fix und so.