Auf Wunsch eines gewissen Herren, dem ich so ein paar Sachen verdanke.
Seitdem ich das erste Mal in den Weiten des Netzes über “Where the wild things are” gestolpert bin, wollte ich diesen Film sehen. Die Geschichte fand’ ich einfach schön. Der dann irgendwann erschienene Trailer sprach mich nicht so sehr an, dafür brannte sich die Musik so sehr ein, dass ich sie nicht mehr loswurde. Ich hörte also den kompletten Soundtrack, bevor ich mehr als anderthalb Minuten vom Film gesehen hatte und war hellauf begeistert. Danach hörte ich den Soundtrack wieder und wieder und die Begeisterung blieb. Und irgendwann hieß es dann tatsächlich, den Film zu gucken.
Ganz ehrlich: Er ist nicht nur so großartig, wie ich gehofft hatte. Er ist noch viel besser. Es ist eine Geschichte voller Kindheit, Träume, Erfüllungen und auch ein bisschen Moral. Am Ende wird außerdem nicht alles gut, was mich doch schwer beeindruckt hat. Ein reines Happy-End hätte den Film auch durchaus versauen können.
Die Inhaltszusammenfassung spare ich mir wieder mal, die kann man bei Wikipedia nachlesen. Die Stimmung im Film schwankt von Anfang an zwischen himmelhochjauchzend und zutodebetrübt und das ziemlich gekonnt. Es ist faszinierend, dabei zuzugucken, wie Max zwischen emotionalen Bergen und Tälern wandert und gleichzeitig zwischen Traumwelt, kindlichen Reaktionen und nahezu erwachsenem Benehmen wechselt. Was glücklicherweise ausbleibt, ist übertriebenes bzw. überzeichnetes Verhalten der Personen im Film. Ein weiterer Pluspunkt sind die (auch im Deutschen sehr guten) kurz gehaltenen Dialoge, die trotz oder gerade wegen ihrer Kargheit unglaublich viel vermitteln können.
Auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig sind die wilden Kerle, aber spätestens in der Krachmacherszene (Nein, hier wird nichts weiter beschrieben und nicht weiter gespoilert.) konnte und wollte zumindest ich sie mir gar nicht mehr anders vorstellen. Sie wirken naiv und leicht zu beeindrucken, aber je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr zeigt sich, dass Max in und mit der Gesellschaft der Kerle vor die tiefgreifendsten und unlösbarsten Probleme des menschlichen Daseins gestellt wird. Seine Lösung: Eine Matschschlacht. Der Ausgang dieses “Spiels” ist ein weiteres Argument dafür, dass der Film eben nicht einfach ein Kinderfilm ist.
Aber nicht nur inhaltlich und menschlich ist “Where the wild things are” wie (Achtung, dämlicher Vergleich.) feinstes Schokoladeneis. Den Soundtrack erwähnte ich ja oben schon, aber es hat sich auch nicht viel geändert, seitdem ich den Film gesehen habe: Er ist immer noch großartig. Ebenfalls beeindruckend und sehr sensibel ausgewählt sind die Bilder des Films, die Farben, die Umgebungen, eben alles, was man so sehen kann.
Und als dann der Abspann lief, ich da saß und Rotz und Wasser heulte, weil das Ende ohne jeglichen Kitsch einfach nur schön ist, ergaben sich für mich aus dem Film mindestens zwei Schlüsse:
1. Ich will auch so ein Wolf-Schlafanzug mit Kapuze mit Ohren und Schnurrhaaren und Schwanz und zwar sofort.
2. Familien sind großartig.
(Für eventuelles Schachtelsatzwortbergsinnlosevergleichegedöns entschuldige ich mich, ich lese gerade “Unendlicher Spaß“. David Foster Wallace ist Schuld.)